



Interventionsprogramm zur Stärkung Erhöhung der Mutter-Kind-Bindung (Elternschule)
STEEP™ bedeutet: Steps Toward Effektive, Enjoyable Parenting, übersetzt Schritte hin zu einer gelingenden und Freude bereitenden (beglückenden) Elternschaft.
STEEP™ wurde in den USA von Martha Erickson und Byron Egeland für Mütter aus Hoch-Risiko-Konstellationen entwickelt. Prof. Gerhard Suess, HAW Hamburg, hat dieses erfolgreiche Programm in Deutschland bekannt gemacht. Theoretische Grundlagen sind die Bindungstheorie (Ainsworth, Bowlby), psychologische Entwicklungstheorien (Piaget) und ganzheitliche heilpädagogische Ansätze (Moor, Montessori) sowie familiensystemische Erkenntnisse.
Eine sichere Bindung zwischen Mutter (bzw. Eltern) und Kind stellt die beste Prävention gegen spätere Störungen für das Kind dar. Bereits in der Schwangerschaft soll eine gelingende Beziehung zum Kind unterstützt werden, damit Mütter (Eltern) in ihre Aufgabe hineinwachsen können. In einer wöchentlich stattfindenden Elternschule lernen die Mütter Grundlagenwissen zur kindlichen Entwicklung um eine realistische Einstellung und Erwartung gegenüber dem Kind zu fördern. Es wird geübt, die Signale des Kindes richtig zu verstehen und in verschiedenen Situationen in einer feinfühligen Art zu reagieren. Es werden gemeinsam Möglichkeiten erarbeitet, die kindliche Entwicklung zu unterstützen. Über zwei Jahre hinweg finden Einzel- und Gruppentermine im wöchentlichen Wechsel statt.
Zielsetzung der STEEP™- Elternschule ist es, die Frauen zu unterstützen,
⦁ in ihre Mutterrolle hineinzuwachsen und sie in der positiven Gestaltung ihrer Beziehung zum Kind zu stärken
⦁ das Kind mit seinen Bedürfnissen wahrzunehmen, seine Signale zu erkennen und seine Entwicklung zu fördern
⦁ einen angemessenen und förderlichen Umgang mit ihrem Kind zu pflegen und Schritte für eine allgemeine Lebensbewältigung zu lernen
⦁ sich mit Grundlagenwissen zur kindlichen Entwicklung und Förderung auseinanderzusetzen
⦁ durch die Teilnahme an Gruppenangebote die soziale Isolation zu verhindern
⦁ Ein weiteres wichtiges Ziel ist die Einbeziehung der Väter und der Herkunftsfamilien
In der Elternschule geht es vor allem um Fragen zur Schwangerschaft und Geburtsvorbereitung, Klärung der Schwangerschaftsvorsorge, Kontakt zur Geburtsklinik, Einstellung zum Kind, Beziehungsarbeit, Fragen zur Pflege des Kindes, Entwicklungsschritte des Kindes und seine Förderung, Anregung eines genauen Beobachtens des Kindes, Bewusstwerden der eigenen Gefühle und Handlungsweisen als Mutter, Gespräche zur Reflexion von kindesgefährdendem Verhalten, Arbeit mit eigener Vergangenheit/Kindheit und kindgerechte Wohnraumgestaltung.
In der Elternschule-Gruppenstunde geht es um Themen wie Säuglingsversorgung, kindliche Signale, Förderung, Erziehungsfragen, „Mütterthemen“ Umgang mit der neuen Rolle als Mutter, Umgang mit sich selbst, Väter, Gemeinsame Spiele, Lieder, Beschäftigung mit Kindern, Gemeinsames Frühstück, thematisches Arbeiten.
Wichtig bei der Mutter-Kind-Arbeit ist es, dass für das Kind die eigene Mutter die wichtigste Bezugsperson ist. Dieses soll stets gefördert werden. Die Frauen sollen möglichst viel mit ihren Kindern zusammen sein und Lösungen finden, einen kindgerechten Alltag selbständig zu meistern.